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„DU KANNST JA NICHT DEN HAMMER MIT DER BLECHZANGE VERNETZEN.“

Metallbaumeister im Gespräch über die Digitalisierung im Handwerk

Ein verregneter, kalter Freitagnachmittag: Es dämmert bereits, der Verkehr auf den Straßen hat deutlich zugenommen. Die Teilnehmer des zweiten MEVACO Stammtischs treffen gut gelaunt in Wendlingen ein. „Das hat alles gepasst bisher, deshalb kommt man dann auch gerne her“, erklärt Yves Antoni seine Bereitschaft, auch am zweiten Stammtisch wieder von Pforzheim anzureisen. Auch Martin Elsässer und Harry Schmid kommen aus Pforzheim, Rainer Plessing ist aus Remseck und Thomas Frühwirt aus Illingen gekommen. Beim Treffen der Metallbaumeister geht es entspannt und freundschaftlich zu - man kennt sich bereits vom letzten Stammtisch und alle wurden im Rahmen von MEVACOs MISSION EINFACH 2.0 in den eigenen Werkstätten besucht.

Jürgen Schumann, Leiter Lager/Logistik, holt die Besucher ab, um Ihnen zu zeigen, wie es MEVACO gelingt, Kundenaufträge so schnell versandfertig zu bekommen. Circa 350 Lieferscheine pro Tag treffen hier in Wendlingen ein, auf 5000 Quadratmetern Lagerfläche warten die Lochbleche, Wellengitter und Streckmetalle auf ihre Versendung. Sauber, ordentlich und sehr großzügig, das sind die ersten Eindrücke des Lagers. Alles ist überdacht, kann trocken be- und entladen werden. „Egal, was verkauft wird bei MEVACO, egal, wohin es geht, es geht von hier aus weg“, erklärt Jürgen Schumann. „Wir müssen uns ja kein Lager unterhalten, wenn ihr das alles so schnell verschickt“, bestätigt Martin Elsässer. „Bei der Produktion seid ihr ja flexibel, das haben wir das letzte Mal gesehen“, erinnert sich Yves Antoni an die Besichtigung der Produktion in Schlierbach beim letzten Stammtisch.

„Wir fragen unsere Kunden einfach, was sie brauchen“

Nach der Führung begrüßt Ägidius Jung, Leiter Vertrieb und Kommunikation, die Teilnehmer noch einmal ganz persönlich. Er knüpft an die Vorschläge an, die beim ersten Stammtisch in dieser Runde gemacht wurden und kann bereits erste Umsetzungen vermelden. So sollen ab 2017 abgekantete Bleche angeboten werden. Jörg Randecker, Produktmanagement, fragt genau nach, welche Kanthöhen für Kassetten relevant sind. „Kundenorientierung ist bei uns kein leeres Wort“, bestätigt Ägidius Jung, „wir fragen unsere Kunden einfach, was sie brauchen.“

„Das war so authentisch“

Genau aus diesem Grund hat MEVACO die MISSION EINFACH gestartet, die nun in die zweite Runde geht. Mittlerweile ist die Kampagne zur MISSION EINFACH 2.0 in ganz Europa angelaufen, die Fotos der Teilnehmer und ihre Interviews sind in 6 Sprachen und 8 europäischen Ländern online zu sehen und zu lesen. „Wie fühlt sich das an, was für Erfahrungen haben Sie damit gemacht?“, will Ägidius Jung dann auch wissen. „Dass ich mit meinem Kopf auf den Fotos so toll rauskomme, hat mich echt überrascht“, freut sich Martin Elsässer und lacht. Die Resonanz im Bekanntenkreis sei durchweg positiv, bestätigt auch Yves Antoni, der das Bild von sich in sein privates Büro gehängt hat. „Wir sind im Interview so zitiert worden, wie wir sind – das war so authentisch“, bestätigt Rainer Plessing, „das hat mir auch ein Bekannter bestätigt.“

„Bei der Produktion seid ihr ja flexibel, das haben wir das letzte Mal gesehen.“

„Ich habe sehr wenig Zeit, mich damit zu beschäftigen“

In das Thema des Workshops „Digitalisierung im Handwerk“ führt Jörg Randecker mit Kristin Fleer, Mitarbeiterin Werbung, ein. Auf die Frage von Kristin Fleer, was Digitalisierung für sie bedeutet und wie Begriffe wie „Industrie 4.0“ bewertet werden, folgt erst einmal kurzes Schweigen. „Wir können ja nicht den Hammer mit der Blechzange vernetzen“, scherzt Martin Elsässer. Doch dann, nach und nach, häufen sich die Beispiele der Digitalisierung im beruflichen Alltag. So werden Newsletter generell überflogen, Interessantes auch gelesen. Was sich anfangs als Generationenproblem darstellt, ist dann eher ein Zeitproblem: „Ich habe sehr wenig Zeit, mich damit zu beschäftigen“, räumt Yves Antoni ein. Rainer Plessing bestellt bisher nur Büromaterial online, seine Frau stelle aber Interessantes über den Betrieb auch mal auf Facebook. Thomas Frühwirt ist bei Facebook eher skeptisch.

„Das wäre dann top!“

Die Mitarbeiter von MEVACO präsentieren der Runde nun eine Möglichkeit der visuellen Beratung. Es geht darum, die unterschiedliche Wirkung der MEVACO Produkte an konkreten Projekten sichtbar zu machen. Yves Antoni freut das: „Der Kunde fragt immer: wie schaut das bei mir am Haus aus. Die Kunden können sich oft nichts darunter vorstellen.“ Auch Thomas Frühwirth ist begeistert: “Eigentlich wünsche ich mir, dass mir jemand die Arbeit abnimmt, die Bilder meiner Kunden entsprechend zu bearbeiten. Das wäre dann top. Aber wenn Sie als Hersteller mir da eine Lösung dazu anbieten, würde mir das auch weiterhelfen.“

Martin Elsässer berichtet, dass sein Kollege Harry Schmid längst so etwas Ähnliches mache. Alle Augen richten sich nun auf Harry Schmid, den Jüngsten in dieser Runde. Und er hat einiges zu berichten: „Ich mache einfach ein Frontalbild vom Haus, dann setze ich es bei Tenado ein und setze darauf die gewünschte Konstruktion – zum Beispiel einen Balkon. Dann sieht der Kunde genau, wie es sein wird. Schon zum Angebot mache ich ein Bild vom Haus. Das erhöht die Chance, dass ich den Auftrag kriege.“

„Digitalisierung ist kein Generationenproblem, sondern ein Zeitproblem.“

„Ich bin der einzige, der noch von Hand zeichnet“

Im weiteren Gesprächsverlauf ändert sich das Bild der Digitalisierung im Handwerk. Bei Rainer Plessing ist eigentlich schon alles vorbereitet: „Mein Meister hat ein CAD-System, er will jetzt auf Tenado umstellen. Wir haben die Lizenz schon, aber im Moment liegt das. Auch in der Berufsschule lernen sie das schon“, berichtet er. Martin Elsässer, der anfangs bekannte „ich bin der einzige, der noch von Hand zeichnet“, erzählt, dass er einen Informationsabend über die Innung organisiert hat, bei dem die Firma Tenado ihr Programm vorstellen konnte.

„Eine App wäre am besten“

Die Metallbaumeister setzen sich intensiv mit dem von MEVACO skizzierten Lösungsansatz auseinander, geben Tipps, was ihnen noch fehlt, kritisieren offen und spontan. Die Mitarbeiter von MEVACO hören sehr interessiert zu. Auch die Frage, wo und wie das neue Programm zur Verfügung gestellt werden soll, wird diskutiert. Während sich viele das Programm auf der eigenen Homepage vorstellen können, wünscht sich Harry Schmid: „Eine App wäre am besten, da brauche ich keine Internet-Verbindung und kann das immer und überall nutzen – auch beim Kunden vor Ort, oder auf der Baustelle.“

„Das hat alles gepasst bisher, deshalb kommt man dann auch gerne her.“

„Diese Runde ist klasse“

Als Ägidius Jung den Workshop mit der Aussicht auf ein gemeinsames Abendessen beendet, ist erst eines von zwei Themen besprochen worden. So offen, engagiert und kritisch wurde diskutiert, dass die Zeit geradezu verflogen scheint. „Diese Runde ist klasse“, freut sich Ägidius Jung und bricht mit den anderen in die nun stockdunkle Novembernässe auf, um gemeinsam noch einen schönen Abend zu verbringen.

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